Seitdem ich die unendlichen Möglichkeiten meines Computers nutze, empfinde ich doch den Aufgabenbereich meiner Kaffeemaschine als sehr überschaubar. Ich meine, sie macht halt Kaffee. Sie steht herum, röchelt und beschäftigt sich, indem sie Kaffeepulver mit Wasser mischt. Das kann ich auch. Wie schlicht ihr Gemüt und einsam ihr Dasein. Sie gibt immer nur ab, auch wenn sie bekommt, gibt immer sie ab, auch wenn sie bekommt. Allein die Geräusche künden von Arbeit, vom Abfinden und auch von zu großem Selbstmitleid: »Leben ist Geben und Verwandlung. Wasser zu Kaffee, das ist die Handlung!« Ihr Stöhnen und Seufzen beim Tropfen und Mischen lässt uns erahnen und wie sie zischen: »Sie braucht einmal Pause, sie braucht auch Entfaltung, sie braucht einmal Urlaub, ganz sicher Entkalkung.« Ich sage ganz ehrlich, ich habe Verständnis. Ich bin nur überrascht, dass sich eine Kaffeemaschine nicht nach einer gewissen Zeit von allein ausstellt. Das kann man doch erwarten, oder? Na ja, vielleicht doch nicht.
Ein Anruf: »Sie wollen meine Tochter sprechen? Tut mir leid, sie ist leider nicht zu Hause. Kann ich ihr etwas mitteilen? Gut, ich notiere. Liebste Mausi, ich liebe dich und würde gerne mit dir eine Nacht verbringen, wenn deine Eltern nicht zu Hause sind. Moment, ich bin noch nicht so weit, deine Eltern nicht zu Hause sind. Hab ich. Kann es kaum erwarten, dein Gregor. Dein Gregor. Keine Ursache, ich richte es aus.«
Im Südring: Eine Frau ging ganz nah an meiner Rinderroulade vorbei und schaute so, als wäre es Unrecht sie zu essen.
Gestern sprach meine Zahnpasta mit mir. Ich wollte mir die Zähne putzen und drückte auf die Tube und bekam keine Zahnpasta heraus. Ich ließ mich nicht davon entmutigen und drückte weiterhin auf die Tube, doch immer kam noch keine Zahnpasta heraus. Plötzlich sagte meine Zahnpasta zu mir: »Wenn Du Zahnpasta haben willst, dann fehlt doch nur ein kleines Zauberwort. Sage dieses Zauberwort und Milch und Honig werden fließen.« Zuerst war ich verwirrt. Eine sprechende Zahnpastatube hatte ich schon lange nicht mehr gehört. Aber warum nicht, die Welt ändert sich und kürzlich bekam ich eine singende Geburtstagskarte geschenkt, obwohl ich keinen Geburtstag hatte. Ich drückte also noch mal auf die Zahnpastatube und sprach dazu das Zauberwort. Ich sagte »Bitte«, aber so sehr ich auch danach drückte und drückte: Es kam keine Zahnpasta aus der Tube. »Sehr witzig«, sagte ich zur Zahnpastatube. »Wirklich sehr sehr witzig« und schmiss sie weg.
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